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8. Juli 2025  (aktualisiert am 13. Juli 2026)

Hitzeschutz in Wohngebäuden - Maßnahmen für Mietende und Eigentümer

von  hagebau Redaktion | 6 Min. Lesezeit | #Hitzeschutz  #Wohngebäude  #Mietende  #Mieter  #Eigentümer 

Anhaltende Hitzeperioden lassen Innenraumtemperaturen in Wohnungen und Häusern deutlich ansteigen. Ohne geeignete Maßnahmen drohen Schlafprobleme, Leistungsabfall und eine höhere Belastung für anfälligePersonengruppen. Effektiver Hitzeschutz setzt vorzugsweise außen am Gebäude an, kombiniert mit einer durchdachten Lüftungs- und Nutzungsstrategie.

Frau schaltet Klimaanlage mit Fernbedienung ein

Schnell umsetzbare Sofortmaßnahmen

Es gibt eine Vielzahl von Maßnahmen, die ohne großen baulichen Aufwand oder die Notwendigkeit von Genehmigungen schnell umgesetzt werden können, um die Innenraumtemperaturen in Wohnungen und Häusern zu regulieren.

Eine der einfachsten und effektivsten Methoden ist der Einsatz von Ventilatoren.

Diese Geräte erzeugen eine angenehme Luftbewegung, die den Bewohnern ein Gefühl der Kühlung vermittelt, obwohl die tatsächliche Raumlufttemperatur unverändert bleibt.

Die Luftzirkulation hilft dabei, die gefühlte Temperatur zu senken und sorgt für ein komfortableres Raumklima. Besonders in den Nachtstunden, wenn die Außentemperaturen unter 20 °C fallen, ist eine gezielte Lüftung empfehlenswert.

Durch das Öffnen der Fenster kann kühlere Luft in die Räume strömen, was die Innenraumtemperatur senkt und für eine erfrischende Atmosphäre sorgt. Dies ist besonders wichtig, wenn die Sonne stark scheint und die Außentemperaturen hoch sind

Einfache Maßnahmen zur Reduzierung der Wärmebelastung in Innenräumen

  • Halogenlampen und laufende Elektrogeräte erzeugen zusätzliche Wärme und sollte ausgeschaltet werden
  • Der Wechsel zu energieeffizienten LED-Leuchtmitteln kann die Wärmeproduktion verringern
  • Helle Vorhänge oder Thermovorhänge können auf der Innenseite der Fenster angebracht werden. Diese reflektieren die Sonnenstrahlung und verhindern, dass Wärme in die Räume eindringt
  • Tagsüber sollten die Fenster geschlossen bleiben, um den Eintrag von Hitze zu vermeiden
Gestresstes junges erwachsenes Paar verwaltet die Hausfinanzen mit einem Laptop

Maßnahmen für Mieter

Demgegenüber stehen Maßnahmen, die die Bausubstanz betreffen und daher der Zustimmung oder Genehmigung durch die Vermieterseite bedürfen.

Dies gilt unter anderem für die Nachrüstung außenliegender Rollläden oder Raffstores, da hierbei die Fassade verändert wird.

Auch eine nachträgliche Wärmedämmung der Außenwände oder der Einbau fester Split-Klimaanlagen, die in der Regel einen Mauerdurchbruch erfordern, sind genehmigungspflichtig.

Eine rechtzeitige Klärung mit dem Vermietenden ist daher unerlässlich.

Rechtlicher Rahmen § 555a BGB erlaubt Maßnahmen, die nur zu unwesentlichen Änderungen der Mietsache führen. Bauliche Eingriffe sind genehmigungspflichtig. Das AG Hamburg, Urteil v. 15.07.2021 – 50 C 28/20 qualifizierte Bohrlöcher für innenliegende Plissees als geringfügig und zustimmungsfrei.

Balkon mit geöffneter Markise, überdacht mit Sonnenschutz.
Mieter können eine Reihe von Hitzeschutzmaßnahmen ergreifen, die keine baulichen Eingriffe am Gebäude erfordern und somit ohne Zustimmung des Vermietenden zulässig sind.

Dazu zählt beispielsweise die Befestigung von innenliegenden Rollos, Plissees oder Thermovorhängen, sofern dabei keine dauerhaften Eingriffe in die Bausubstanz vorgenommen werden.

Mobile Klimageräte oder Luftkühler können flexibel genutzt werden, wobei jedoch auf den Geräuschpegel zu achten ist. Auch das Anbringen von Sonnenschutzfolien auf der Fensterinnenseite ist möglich, solange diese rückstandslos entfernt werden können.

Wer einen Balkon besitzt, kann zudem eine Markise mit Klemmständer montieren, ohne strukturelle Veränderungen am Gebäude vorzunehmen.

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Maßnahmen für Eigentümer

MaßnahmentypWirkung auf HitzeschutzHinweise
Außenliegende Rollläden oder RaffstoresHohe Reduktion der Strahlungseinträge (bis 90 %)Bei Einbau im Bestand oft förderfähig (BEG)
Dach- und FassadenbegrünungKühlung durch Beschattung & VerdunstungStatik prüfen; in vielen Kommunen begrüßungspflicht
Sonnenschutzglas / WärmeschutzverglasungReduziert g-Wert auf ≤ 0,35Austausch bei Fenstersanierung einplanen
Mineralische oder Holzfaser-InnendämmungErhöht thermische SpeichermasseFeuchteschutz beachten
Photovoltaik-AufdachanlageVerschattet Dachfläche, zusätzliche ErträgeKombination mit Aufsparrendämmung möglich
Haus mit bepflanzten Dach

Förderprogramme und finanzielle Anreize

Zur finanziellen Entlastung stehen verschiedene Förderprogramme zur Verfügung. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) unterstützt unter anderem die Nachrüstung außenliegender Verschattungseinrichtungen oder die Verbesserung der Dämmung mit Zuschüssen und günstigen Krediten. Auf kommunaler Ebene existieren zusätzliche Fördermittel, etwa für Dach- oder Fassadenbegrünungen, die in einigen Fällen sogar verpflichtend vorgeschrieben werden. Eigentümer von Einfamilienhäusern können außerdem über § 35c EStG eine Steuerermäßigung in Anspruch nehmen, die 20 Prozent der Kosten energetischer Einzelmaßnahmen abdeckt.

Eine rechtzeitige Antragstellung ist dabei unerlässlich, da einige Programme vor Beginn der Baumaßnahme bewilligt sein müssen.

Hand schreibt mit einem Stift auf einem Verleih Vereinbarung Dokument Hausschlüssel im Hintergrund

Rechtliche Sonderfragen (WEG- und Denkmalschutz)

Bei Eigentumswohnungen ist es wichtig zu wissen, dass bauliche Veränderungen, wie der Anbau von außenliegenden Rollläden, durch einen Beschluss der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) abgesichert sein müssen.

Seit der Reform des Wohnungseigentumsgesetzes im Jahr 2020 ist hierfür ein einfacher Mehrheitsbeschluss ausreichend, was den Prozess der Entscheidungsfindung innerhalb der Gemeinschaft erleichtert. Im Gegensatz dazu erfordern bauliche Maßnahmen an denkmalgeschützten Gebäuden eine Abstimmung mit der Unteren Denkmalbehörde.

Diese Behörde legt großen Wert darauf, dass die Maßnahmen reversibel sind und das Erscheinungsbild des Gebäudes nicht dauerhaft verändern.

Solche Anforderungen sind darauf ausgerichtet, den historischen und kulturellen Wert der Gebäude zu bewahren, während gleichzeitig moderne Anpassungen ermöglicht werden. Daher ist es bei denkmalgeschützten Immobilien besonders wichtig, sorgfältig zu planen und die behördlichen Vorgaben zu berücksichtigen, um sowohl den Schutz des Denkmals als auch die Bedürfnisse der Bewohner zu gewährleisten.

Hagebauprofi-Logo in Rot und Grün mit stilisiertem Sechseck.

hagebau Redaktion

Der hagebau Fachhandel ist unter dem Dach der hagebau Handelsgesellschaft für Baustoffe mbH & Co. KG führende Kooperation im Baustoff-, Holz- und Fliesenhandel. Die zwölf Spezialisierungssysteme und das E-Commerce Team veröffentlichen die redaktionellen Inhalte.

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