Die Baukosten für Einfamilienhäuser sind gerade in jüngerer Vergangenheit deutlich gestiegen. So wird inzwischen mit mindestens 3.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche für ein übliches Einfamilienhaus kalkuliert. Die Gründe sind neben gestiegenen Material- und Lohnkosten auch die staatlichen Vorgaben bezüglich der Energieeffizienz. Um die gestiegenen Baukosten abzufangen, unterstützt der Staat Bauprojekte von Eigenheimen über die KfW mit verschiedenen Programmen.
Das gibt’s für den Neubau
KfW-Wohneigentumsprogramm 124 für selbst genutzte Eigenheime und Eigentumswohnungen
Mit dem KfW-Wohneigentumsprogramm 124 gibt es für Bauherren die Möglichkeit, ein zinsgünstiges Darlehen bis zu einer Höhe von 100.000 Euro in Anspruch zu nehmen. Die Besonderheit ist, dass dieser Förderkredit nicht nur für den Hausbau, sondern auch für Baunebenkosten, Eigentumswohnungen, den Kauf sowie die Sanierung, Instandsetzung und Modernisierung beantragt werden kann. Damit gehören selbst Notar- und Maklergebühren, Materialkosten und die Grunderwerbsteuer zu den förderfähigen Kosten. Die einzige Bedingung ist, dass es sich um ein privates Projekt handelt und selbstgenutzter Wohnraum erworben wird.
Kreditnehmer haben die Wahl zwischen einem Annuitätendarlehen mit einer Laufzeit zwischen vier und 35 Jahren sowie einem endfälligen Darlehen mit einer maximalen Laufzeit von zehn Jahren. Der effektive Jahreszins bewegt sich zwischen 4,00 und 4,27 Prozent, wobei die Zinsbindung entweder fünf oder zehn Jahre beträgt. Zusätzlich ist eine tilgungsfreie Anlaufzeit vorhanden, die bei bis zu fünf Jahren liegt. Es gibt die Möglichkeit, den KfW-Förderkredit 124 vorzeitig komplett zurückzuzahlen, wobei eine Vorfälligkeitsentschädigung berechnet wird. Sondertilgungen sind bei diesem Darlehen nicht möglich. Der Kredit aus dem KfW-Wohneigentumsprogramm 124 lässt sich auch nachträglich beantragen. Die Frist liegt bei sechs Monaten nach dem Erwerb des Baugrundstücks.
Familien und Alleinerziehende mit Kindern profitieren vom KfW-Förderprogramm 300
Speziell für Familien mit Kindern sowie für Alleinerziehende gibt es das KfW-Förderprogramm 300. Dies ist ein weiterer Förderkredit mit sehr niedrigen Zinsen. Das Programm lässt sich beim Kauf oder dem Neubau von klimafreundlichen Wohngebäuden sowie Eigentumswohnungen für die Eigennutzung beantragen. Als Voraussetzung muss die Immobilie die Vorgaben für das Effizienzhaus 40 erfüllen und darf nicht mit fossilen Energieträgern oder Biomasse beheizt werden. Außerdem muss es sich um den erstmaligen Kauf eines Wohngebäudes handeln.

Über das KfW-Förderprogramm 300 können Familien und Alleinerziehende einen Kredithöchstbetrag von 270.000 Euro zu niedrigen Zinsen beantragen. Die maximale Darlehenshöhe hängt von der Anzahl der Kinder sowie dem jährlichen Einkommen des Haushalts ab. Bei einem Kind und maximal 90.000 Euro Jahreseinkommen beträgt der Kredithöchstbetrag 170.000 Euro, bei fünf Kindern sind 220.000 Euro möglich. Erfüllt das Haus die höheren Anforderungen nach dem Qualitätssiegel „Nachhaltiges Gebäude Plus“, dann liegt der Kredithöchstbetrag zwischen 220.000 und 270.000 Euro. Der effektive Jahreszins bewegt sich zwischen 0,01 und 1,46 Prozent. Die Laufzeit lässt sich zwischen vier bis 35 Jahren wählen, wobei eine Zinsbindung von bis zu zehn Jahren möglich ist. Zu Beginn des Darlehens sind die ersten ein bis maximal fünf Jahre tilgungsfrei. Das KfW-Förderprogramm 300 muss vor Baubeginn oder Kauf der Immobilie beantragt und gewährt werden.
Zinsgünstige KfW-Kredite 297 und 298 für Kauf oder Neubau von klimafreundlichen Wohngebäuden

Über diese beiden Programme sind insgesamt bis zu 150.000 Euro zinsgünstige Kredite pro Wohnung erhältlich. Für den Kauf oder den Bau von Wohngebäuden mit dem Standard Effizienzhaus-Stufe 40 beträgt die maximale Kreditsumme 100.000 Euro. Ein höherer Kredit ist möglich, wenn das Gebäude ein Nachhaltigkeitszertifikat der Klasse „nachhaltiges Gebäude Plus“ (QNG-PLUS) oder „nachhaltiges Gebäude Premium“ (QNG-PREMIUM) besitzt. Zertifizierung und Nachweis müssen vor Beantragung des Kredits sowie vor Baubeginn erfolgen.
Der effektive jährliche Zinssatz bei den Förderkrediten bewegt sich in einem Bereich von 1,00 bis 2,57 Prozent – abhängig von der Laufzeit. Die beiden Förderkredite 297 und 298 gibt es als endfälliges Darlehen mit einer Laufzeit zwischen vier und zehn Jahren oder als klassisches Annuitätendarlehen mit einer Laufzeit von bis zu 35 Jahren. Die Zinsbindung liegt jeweils bei fixen zehn Jahren. Außerdem ist eine tilgungsfreie Startphase vorhanden, die ein bis fünf Jahre läuft. Während dieser Zeit müssen Kreditnehmer also nur die auflaufenden Zinsen tragen, jedoch keine Rückzahlung leisten.
Das KfW-Förderprogramm 270 für den Einbau erneuerbarer Energien

Bei diesem Förderprogramm ist die maximale Kreditsumme direkt an die Höhe der Investition gekoppelt. So können Immobilienbesitzer bis zu 150 Millionen Euro pro Vorhaben abrufen. Der Zinssatz beginnt bei 3,82 Prozent und ist an die aktuellen Tabellen der KfW für Förderprogramme gebunden. Ebenfalls flexibel ist die Laufzeit des Förderkredits, die jedoch bei mindestens zwei Jahren liegt.
Das KfW-Förderprogramm 270 lässt sich mit anderen Förderkrediten kombinieren, sodass insgesamt eine höhere Unterstützung beim Bau, dem Kauf oder der Sanierung eines Wohngebäudes zur Verfügung steht. Beim KfW-Förderprogramm 270 gilt also wie bei den anderen KfW-Krediten, dass in vielen Fällen eine Kombination möglich ist. Dadurch lässt sich ein individuelles und größeres Förderpaket schnüren. Sinnvoll ist dies vor allem aufgrund der vorteilhaften Zinssätze sowie der tilgungsfreien Anlaufzeit. Dadurch reduziert sich die Belastung bei der Rückzahlung der Immobilienkredite vor allem in den ersten Jahren. Außerdem ist es durch die KfW-Förderprogramme möglich, einen Immobilienkredit mit geringerem Umfang aufzunehmen. Auch das reduziert die laufenden Belastungen während der Rückzahlung. Durch diese Umstände lohnt es sich, zumindest eine Kalkulation aufzustellen, ob sich die Investition in klimafreundliche Wohngebäude rentiert. Das reicht vom Kauf klimafreundlicher Gebäude bis zur Planung von zusätzlichen Maßnahmen wie dem Einbau von Heizlösungen oder Stromspeichern mit erneuerbaren Energien. Die zinsgünstigen KfW-Förderkredite sorgen oftmals dafür, dass sich die zusätzlichen Investitionen schnell lohnen.